May I Introduce: Alien
Die Menschen basteln an ihren Häusern, fummeln an ihren Regenrohren, tüfteln an Schließmechanismen für ihre Mülleimer. Die Bewohner von Kassel, der Waschbärenhauptstadt Europas, ändern ihren Alltag.Unsere Mensch-Waschbär-Beziehung ist voller Ambivalenz. Gehasst für ihr lautstarkes Gewühle in unserem Müll, für die Fäkalien, die sie vor unserer Haustür hinterlassen, für ihre wuseligen Geräusche auf unseren Dachböden. Geliebt für ihre zutraulichen Gesichter, ihre experimentelle Problemlösungskompetenz, ihr geistreiches Auftreten und ihre flinken kleinen Hände.Einst absichtlich in unsere Wildnis ausgesetzt, um unsere einheimische Fauna zu diversifizieren - ist er jetzt zu einem politischen Feind geworden - der invasive Waschbär.
Dabei ist dieser nicht nur Eindringling in unsere menschliche Welt: Seine Anwesenheit bringt unsere Wildnis aus dem Gleichgewicht. Seine fantastische Fähigkeit, sich flexibel an verschiedene Bedingungen anzupassen - nicht wählerisch zu sein, wenn es um die Nahrungssuche geht - wird Arten wie seltenen bodenbrütenden Vögeln und unserer heimischen Sumpfschildkröte zum Verhängnis.Wissenschafter*innen sind sich einig:
Sie werden nicht mehr verschwinden. Bringen wir sie um, vermehren sie sich sogar noch schneller. Versuchen wir sie auszutricksen, werden sie sogar noch klüger.Wir leben also am besten MIT ihnen und arbeiten an unserer Beziehung.
Von experimentellen Fressgelagen am Küchentisch bis hin zu VR-Brillen für virtuelle Trainingsumgebungen - im Zuhause in 2025 arbeiten wir mit dem Waschbären daran, sein Fressverhalten zu ändern, um andere Arten zu schützen - in einem gegenseitigen artenübergreifenden Prozess!
Wir werden uns aktiv mit seinen Charaktereigenschaften und Verhalten beschäftigen, um etwas von der Ursprünglichkeit dessen zu bewahren, was wir "Natur" nennen.Für dieses Experiment des Miteinander-Werdens wird der Waschbär vollständig in unsere menschliche Welt integriert, wird so Teil unseres Zuhauses, nicht als Eindringling, sondern als eine weitere Spezies unter unserem Dach.
Ich höre ein klackendes Geräusch, während ich über die Straße gehe. Eine Nuss ist gerade mitten auf der Straße gelandet und wartet darauf, von den daher rasenden Rädern aufgebrochen zu werden. Eine Begegnung mit einer anderen Spezies, die in der Lage ist, ihren nächsten Schritt zu planen - genau wie wir es tun.
Dass sie uns fast stillschweigend benutzen, kehrt unsere allzu bekannten Beziehungen, die wir normalerweise zu den anderen Lebewesen auf der Erde pflegen - deren Nutzung - auf erfrischende Weise um.
Die berühmte Grenze zwischen Natur und Kultur hat längst begonnen zu verschwimmen. In Zeiten, in denen der Mensch in der Lage ist, ganze biologische Prozesse zu verändern und sogar Lebewesen von Grund auf neu zu entwerfen, hat der Begriff "natürlich" nichts mehr mit "vom Menschen unberührt" zu tun.
Es wird jedoch immer offensichtlicher - dies ist keine Einbahnstraße. Nicht nur der Anthropos formt die natürliche Welt. Die Krähe hat sich angepasst und macht seither das Beste aus der dominanten Präsenz dieser zweiarmigen und zweibeinigen Säugetiere, die ihre Lebensräume mit Beton ausfüllen. Sie fügt sich fast unbemerkt in unsere städtische Umgebung ein.
Was auch meist unbemerkt bleibt: Sie bauen Werkzeuge, um Probleme zu lösen, sie halten Beerdigungen für ihre toten Kameraden ab, und sie erinnern sich an Feinde und erzählen höchstwahrscheinlich ihren Freunden davon. Es ist schwer zu glauben, dass diese Persönlichkeitsmerkmale die eines gefiederten Wesens sind, das nicht einmal Hände hat. Wenn man sie gut behandelt, bringen sie einem außerdem glänzende Geschenke. Dies könnte bedeuten, dass sie ein Gefühl für Schönheit haben - genau wie wir Menschen.
Im HOME IN 2025 arbeiten wir mit Krähen zusammen, um Spektakel für unsere gefiederten Gefährten zu veranstalten - in einem Experiment unsere einseitigen Beziehungen aufzubrechen.
eine Tür für krabbelnde, kriechende und krächzende Mitbewohner*innen gleichermaßen
eine benutzerfreundliche Lichtquelle für nachtaktive Tierchen, die auf den Sehsinn angewiesen sind
eine einladende Kletterhilfe, um Waschbären das Eintreten zu erleichtern. Eine gastfreundliche Alternative zu defensiven architektonischen Interventionen, die zu Kauf erhältlich sind.
Präventiver Gesundheits-Werkzeugkasten für eine Vielfalt von Darmbiomen und Parasiten.
Marshmallows haben sich als bevorzugtes Medium zur Verabreichung für Waschbären herausgestellt.
alternative Treppe für Schweine und Spezies mit kurzen Beinen
Dreckig wie ein Schwein, schwitzen wie ein Schwein oder essen wie ein Schwein - Schweine sind Opfer vielerlei Zuschreibungen in menschlichen Kulturen von Ost bis West.
Doch die Wissenschaft zeigt, dass sie genau das Gegenteil sind: Sie gehören zu den saubersten Spezies auf dem Planeten, sie haben nicht einmal Schweißdrüsen, und sie ernähren sich vorzugsweise von feinen Pilzen wie Trüffeln. Außerdem spielen sie mit ihren Freunden, langweilen sich leicht, erkennen ihre Namen und genießen Massagen und Musik. Sie lachen mit Grunzen und können unter Depressionen leiden. Sie haben sogar Wimpern, genau wie wir.
Trotzdem genießen wir sie meistens als Speck.Schweine sind genetisch gesehen sehr nahe mit uns verwandt. Forscher nennen sie "horizontale Menschen" mit Ersatzteilen. Ein Schwein kann einem das Leben retten, was übrigens im Umkehrschluss auch bedeutet, dass unser Herz in ein Schwein passt - sind wir also vielleicht "vertikale Schweine"?Der Philosoph Peter Singer stellt radikal in Frage, was wir unter “menschlichem Exzeptionalismus” verstehen. Er prägte den Begriff Speziesismus - die Vernachlässigung der Interessen anderer Tiere. Singer argumentiert: wenn der moralische Wert eines jeden Organismus an seinen Fähigkeiten gemessen wird, unterscheiden sich nicht alle Menschen so sehr von anderen Tieren, sondern nur diejenigen mit höheren kognitiven Fähigkeiten. Sollten wir also demnach Kleinkinder essen?
Der Autor Carl Safina argumentiert, dass wir, wenn wir einen genaueren Blick in den Alltag anderer Tierarten werfen, feststellen, dass "ein lebendiges, vertrautes Leben nicht nur eine Domäne des Menschen ist".Nicht nur die ethische Absurdität sollte uns dazu bewegen, die Nutzung von Tieren, vor allem in der Massenproduktion, in Frage zu stellen: Auf einem Planeten an der Grenze seiner Ressourcen werden wir ohnehin über andere Formen der Koexistenz und des Zusammenlebens jenseits des Konsums nachdenken müssen.
Im HOME IN 2025 lernen wir Schweine durch kollektives Spiel und Vergnügen kennen, und sie können uns kennenlernen.
ein inklusiver Tisch, der auf die Bedürfnisse aller Bewohner*innen eingeht: eine Wasserschüssel für den Waschbären, einen niederen Tischbereich für das Schwein, und eine Ast als Tischbein, um der Krähe komfortables Sitzen zu ermöglichen.
Und nicht zu vergessen: ein Stuhl für die menschliche Spezies im Haus
Die Menschen basteln an ihren Häusern, fummeln an ihren Regenrohren, tüfteln an Schließmechanismen für ihre Mülleimer. Die Bewohner von Kassel, der Waschbärenhauptstadt Europas, ändern ihren Alltag.Unsere Mensch-Waschbär-Beziehung ist voller Ambivalenz. Gehasst für ihr lautstarkes Gewühle in unserem Müll, für die Fäkalien, die sie vor unserer Haustür hinterlassen, für ihre wuseligen Geräusche auf unseren Dachböden. Geliebt für ihre zutraulichen Gesichter, ihre experimentelle Problemlösungskompetenz, ihr geistreiches Auftreten und ihre flinken kleinen Hände.Einst absichtlich in unsere Wildnis ausgesetzt, um unsere einheimische Fauna zu diversifizieren - ist er jetzt zu einem politischen Feind geworden - der invasive Waschbär.
Dabei ist dieser nicht nur Eindringling in unsere menschliche Welt: Seine Anwesenheit bringt unsere Wildnis aus dem Gleichgewicht. Seine fantastische Fähigkeit, sich flexibel an verschiedene Bedingungen anzupassen - nicht wählerisch zu sein, wenn es um die Nahrungssuche geht - wird Arten wie seltenen bodenbrütenden Vögeln und unserer heimischen Sumpfschildkröte zum Verhängnis.Wissenschafter*innen sind sich einig:
Sie werden nicht mehr verschwinden. Bringen wir sie um, vermehren sie sich sogar noch schneller. Versuchen wir sie auszutricksen, werden sie sogar noch klüger.Wir leben also am besten MIT ihnen und arbeiten an unserer Beziehung.
Von experimentellen Fressgelagen am Küchentisch bis hin zu VR-Brillen für virtuelle Trainingsumgebungen - im Zuhause in 2025 arbeiten wir mit dem Waschbären daran, sein Fressverhalten zu ändern, um andere Arten zu schützen - in einem gegenseitigen artenübergreifenden Prozess!
Wir werden uns aktiv mit seinen Charaktereigenschaften und Verhalten beschäftigen, um etwas von der Ursprünglichkeit dessen zu bewahren, was wir "Natur" nennen.Für dieses Experiment des Miteinander-Werdens wird der Waschbär vollständig in unsere menschliche Welt integriert, wird so Teil unseres Zuhauses, nicht als Eindringling, sondern als eine weitere Spezies unter unserem Dach.
Ich höre ein klackendes Geräusch, während ich über die Straße gehe. Eine Nuss ist gerade mitten auf der Straße gelandet und wartet darauf, von den daher rasenden Rädern aufgebrochen zu werden. Eine Begegnung mit einer anderen Spezies, die in der Lage ist, ihren nächsten Schritt zu planen - genau wie wir es tun.
Dass sie uns fast stillschweigend benutzen, kehrt unsere allzu bekannten Beziehungen, die wir normalerweise zu den anderen Lebewesen auf der Erde pflegen - deren Nutzung - auf erfrischende Weise um.
Die berühmte Grenze zwischen Natur und Kultur hat längst begonnen zu verschwimmen. In Zeiten, in denen der Mensch in der Lage ist, ganze biologische Prozesse zu verändern und sogar Lebewesen von Grund auf neu zu entwerfen, hat der Begriff "natürlich" nichts mehr mit "vom Menschen unberührt" zu tun.
Es wird jedoch immer offensichtlicher - dies ist keine Einbahnstraße. Nicht nur der Anthropos formt die natürliche Welt. Die Krähe hat sich angepasst und macht seither das Beste aus der dominanten Präsenz dieser zweiarmigen und zweibeinigen Säugetiere, die ihre Lebensräume mit Beton ausfüllen. Sie fügt sich fast unbemerkt in unsere städtische Umgebung ein.
Was auch meist unbemerkt bleibt: Sie bauen Werkzeuge, um Probleme zu lösen, sie halten Beerdigungen für ihre toten Kameraden ab, und sie erinnern sich an Feinde und erzählen höchstwahrscheinlich ihren Freunden davon. Es ist schwer zu glauben, dass diese Persönlichkeitsmerkmale die eines gefiederten Wesens sind, das nicht einmal Hände hat. Wenn man sie gut behandelt, bringen sie einem außerdem glänzende Geschenke. Dies könnte bedeuten, dass sie ein Gefühl für Schönheit haben - genau wie wir Menschen.
Im HOME IN 2025 arbeiten wir mit Krähen zusammen, um Spektakel für unsere gefiederten Gefährten zu veranstalten - in einem Experiment unsere einseitigen Beziehungen aufzubrechen.
eine Tür für krabbelnde, kriechende und krächzende Mitbewohner*innen gleichermaßen
eine benutzerfreundliche Lichtquelle für nachtaktive Tierchen, die auf den Sehsinn angewiesen sind
eine einladende Kletterhilfe, um Waschbären das Eintreten zu erleichtern. Eine gastfreundliche Alternative zu defensiven architektonischen Interventionen, die zu Kauf erhältlich sind.
Präventiver Gesundheits-Werkzeugkasten für eine Vielfalt von Darmbiomen und Parasiten.
Marshmallows haben sich als bevorzugtes Medium zur Verabreichung für Waschbären herausgestellt.
alternative Treppe für Schweine und Spezies mit kurzen Beinen
Dreckig wie ein Schwein, schwitzen wie ein Schwein oder essen wie ein Schwein - Schweine sind Opfer vielerlei Zuschreibungen in menschlichen Kulturen von Ost bis West.
Doch die Wissenschaft zeigt, dass sie genau das Gegenteil sind: Sie gehören zu den saubersten Spezies auf dem Planeten, sie haben nicht einmal Schweißdrüsen, und sie ernähren sich vorzugsweise von feinen Pilzen wie Trüffeln. Außerdem spielen sie mit ihren Freunden, langweilen sich leicht, erkennen ihre Namen und genießen Massagen und Musik. Sie lachen mit Grunzen und können unter Depressionen leiden. Sie haben sogar Wimpern, genau wie wir.
Trotzdem genießen wir sie meistens als Speck.Schweine sind genetisch gesehen sehr nahe mit uns verwandt. Forscher nennen sie "horizontale Menschen" mit Ersatzteilen. Ein Schwein kann einem das Leben retten, was übrigens im Umkehrschluss auch bedeutet, dass unser Herz in ein Schwein passt - sind wir also vielleicht "vertikale Schweine"?Der Philosoph Peter Singer stellt radikal in Frage, was wir unter “menschlichem Exzeptionalismus” verstehen. Er prägte den Begriff Speziesismus - die Vernachlässigung der Interessen anderer Tiere. Singer argumentiert: wenn der moralische Wert eines jeden Organismus an seinen Fähigkeiten gemessen wird, unterscheiden sich nicht alle Menschen so sehr von anderen Tieren, sondern nur diejenigen mit höheren kognitiven Fähigkeiten. Sollten wir also demnach Kleinkinder essen?
Der Autor Carl Safina argumentiert, dass wir, wenn wir einen genaueren Blick in den Alltag anderer Tierarten werfen, feststellen, dass "ein lebendiges, vertrautes Leben nicht nur eine Domäne des Menschen ist".Nicht nur die ethische Absurdität sollte uns dazu bewegen, die Nutzung von Tieren, vor allem in der Massenproduktion, in Frage zu stellen: Auf einem Planeten an der Grenze seiner Ressourcen werden wir ohnehin über andere Formen der Koexistenz und des Zusammenlebens jenseits des Konsums nachdenken müssen.
Im HOME IN 2025 lernen wir Schweine durch kollektives Spiel und Vergnügen kennen, und sie können uns kennenlernen.
ein inklusiver Tisch, der auf die Bedürfnisse aller Bewohner*innen eingeht: eine Wasserschüssel für den Waschbären, einen niederen Tischbereich für das Schwein, und eine Ast als Tischbein, um der Krähe komfortables Sitzen zu ermöglichen.
Und nicht zu vergessen: ein Stuhl für die menschliche Spezies im Haus